Auch wenn in Deutschland die Zahl der Arbeitslosen aufgrund der guten Wirtschaftslage rückläufig ist, mangelt es an Fachkräften. Experten, wie der stellvertretende Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Ulrich Walwei, fordern daher Arbeitsplätze in Deutschland gezielt attraktiver zu machen.
Fachkräfte aus dem Ausland zählen zu begehrten Arbeitskräften. Doch scheinen die Bedingungen für eine schnelle und unkomplizierte Zuwanderung in Deutschland nicht gegeben zu sein. Ein Grund dafür könnten die bürokratischen Umwege sein, die Zuwanderer auf sich nehmen müssen, um in hier Fuß zu fassen. Diverse Vorschriften bei der Agentur für Arbeit verhindern, dass Fachkräften aus dem Ausland der Aufenthalt leichter ermöglicht wird.
Auch für Arbeitgeber bedeutet es einen Mehraufwand, ausländische Arbeiter einzustellen. Neben mangelnden Deutschkenntnissen, können Bürokratie und zusätzliche Kosten ein Negativkriterium sein. Ebenso lassen das geringe Gehalt sowie Vorurteile von Deutschen gegenüber Ausländern die hiesigen Arbeitsplätze als unattraktiv erscheinen. Um das zu ändern sollen in Zukunft verschiedenen Maßnahmen von Regierung und Wirtschaft auf den Weg gebracht werden. Damit der Fachkräftemangel in Deutschland behoben werden kann, fordern Arbeitgebervertreter unter anderem ein spezielles Punktesystem zur Bewertung von potentiellen Arbeitnehmer. Hierbei sollen unter anderem Sprachkenntnisse mitbewertet werden. Zudem soll Fachkräften die Integration in den Arbeitsalltag und die Verständigung in den Ämtern erleichtert werden.
Ob die Strategien Erfolg haben werden, wird sich im Laufe der nächsten Jahre zeigen. Die positive Wirtschaftslage ist dabei kein Garant für eine schnelle Besserung. Einige Firmen denken daher über einen Standortwechsel nach, um sich den Fachkräften im Ausland zu nähern.