Laut dem Statistischen Bundesamt sind die Lohnkosten in Deutschland im ersten Quartal 2011 im Vergleich zum Vorjahresquartal um zwei Prozent gestiegen. Vor allem die Kosten für Bruttolöhne und -gehälter stiegen um 1,3 Prozent, die Lohnnebenkosten erreichten einen Zuwachs von 4,4 Prozent.
Gründe für den Anstieg der Arbeitskosten sehen Experten im wirtschaftlichen Aufschwung, der den Abbau von Kurzarbeit und zunehmenden Sonderzahlungen mit sich brachte. Die entstandenen neuen Arbeitsplätze sowie Mehrarbeit brachten hingegen positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Für den Anstieg der Lohnnebenkosten seien die erhöhten Krankentage mit verantwortlich. Das führt zu mehr Kosten für die Lohnfortzahlung. Zudem sind die Sätze der Kranken- sowie Arbeitslosenversicherung gestiegen. Auch Sonderzahlungen mussten Arbeitgeber mehr zahlen.
Im europäischen Durchschnitt war der Anstieg der Arbeitskosten in Deutschland zwar geringer als im Rest Europas, doch dennoch nicht unwesentlich. Bulgarien und Rumänien verzeichneten schon im letzten Quartal 2010 einen Anstieg von jeweils über 6 Prozent. In Litauen und Lettland sanken die Arbeitskosten um 5 und 2 Prozent. Im gesamten letzten Jahr konnte ein Anstieg in den ersten beiden Quartalen sowie ein Absinken im dritten Quartal verzeichnet werden. Das vierte Quartal war dann ausschlaggebend für den gesamten Anstieg in der statistischen Auswertung. Von 23 Mitgliedstaaten der EU wurden 2010 die Daten durch den Europäischen Datenservice (EDS) ermittelt. Grundlage der Messungen sind Daten aus der Privatwirtschaft. Nach den Ergebnissen der EUR wurde eine Stunde Arbeit 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Prozent versteuert. Aufgrund der wirtschaftlich guten Lage, könnten die Arbeitskosten in den kommenden Quartalen noch weiter ansteigen.