Anstieg der Verdachtsfälle von Schwarzarbeit bei Hartz-IV-Empfängern

by admin on 29. Juni 2011

Nach Berichten der Süddeutschen Zeitung stieg im Jahr 2010 die Zahl der schwarzarbeitenden Hartz-IV-Empfänger rapide an. Das Jobcenter zählte noch im vergangenen Jahr 59 000 Verdachtsfälle von Schwarzarbeit, die der Zollverwaltung gemeldet wurden.

Die Bundesagentur teilte mit, dass im Vergleich zum Vorjahr 2009 die Zahl um ungefähr
10 000 neue Fälle anstieg. Da Schwarzarbeit ein strafbares Vergehen ist, musste auch die Staatsanwaltschaft mehr Fälle bearbeiten. Im Jahre 2009 mussten sich demnach rund 49 000 unter Verdacht stehende Arbeiter den Gerichten stellen. Dennoch dementiert eine Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit, dass nicht zwangsläufig Hartz-IV-Empfänger für den Anstieg der Schwarzarbeitsfälle verantwortlich wären. Durch eine verbesserte Qualifizierung der Agenturmitarbeiter und eine Sensibilisierung auf das Thema Schwarzarbeit können Verdachtsfälle bereits jetzt schneller aufgedeckt werden. Demnach sei also nicht eindeutig, ob wirklich nur Harzt-IV-Empfänger für den Anstieg der Schwarzarbeiterquote verantwortlich seien.

Die Verfahren gegen die Ordnungswidrigkeit der Schwarzarbeit stiegen auf rund 277 000 an. Das entspricht einem Anstieg von 50 000. Diese Zahlen kommen in erster Linie durch die Verdächtigung von Empfängern auf, die scheinbar zu Unrecht Leistungen empfangen haben. Vor allem bei dem Verdacht auf grobe Fahrlässigkeit bei unvollständigen Aussagen oder komplett falsche Angaben im Hinblick auf das Vermögen und Nebeneinkünfte, werden Verfahren eingeleitet. Im vergangenen Jahr nahmen durchschnittlich 4,9 Millionen Einwohner der Bundesrepublik staatliche Hilfe in Anspruch.
Ein Grund für die Schwarzarbeit könnte sein, dass der Bezug von Harzt-IV nicht zum Leben ausreicht. Das stellt viele vor die Wahl, entweder zusätzliches Einkommen zu melden und Abzüge hinzunehmen oder mit Schwarzarbeit die Kasse aufzufüllen. Dennoch reicht Schwarzarbeit selten als zusätzliche Einnahmequelle aus.

Bildquellenangabe: hmboo / flickr

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